Neustart statt Altlast: Wie Banken ihre IT für die Zukunft rüsten

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Bis 2020 wird der Anteil digitaler Transaktionen bei Banken einer Bain-Prognose zufolge auf bis zu 95 Prozent steigen. Die Kunden erwarten zunehmend ein digitales, voll integriertes Kundenerlebnis – und das stets auf dem neuesten Stand der Technik. Die IT der Banken aber ist in der Regel auf diesen Umbruch noch nicht vorbereitet. Trotz angelaufener digitaler Transformation klafft vielerorts eine große Lücke zwischen den Anforderungen der Kunden und Fachbereiche sowie dem Leistungsvermögen der IT. Diese kämpft mit veralteten Systemen, knappen Budgets und einer Fülle weiterer Herausforderungen wie der verschärften Regulierung und der wachsenden Komplexität des operativen Geschäfts.

Neun Bausteine für die Digitalisierung aus einem Guss

Gefordert ist ein IT-Neustart im laufenden Betrieb. Um diese Herausforderung zu meistern, hat Bain – basierend auf umfassender Projekterfahrung – ein ganzheitliches Triple-A-Modell mit neun klar definierten Bausteinen entwickelt. Dieses bündelt die IT-Erfolgsrezepte digital führender Banken – durch den Vergleich hiermit kann sich ein Institut im Wettbewerb besser aufstellen. Im Fokus stehen dabei abgestimmte Prioritäten, eine agile Weiterentwicklung und ein akzeptables Budget. Das Modell geht die digitalisierte Bank aus Kundensicht an und erlaubt eine entsprechende Priorisierung und Umsetzung. Am Anfang steht daher die Festlegung der strategischen Prioritäten und des optimalen Kundenerlebnisses. Deren Übersetzung in IT-Prioritäten zählt laut einer globalen Bain-Befragung von IT-Verantwortlichen, die 2015 erfolgte, zu den größten Schwachstellen im laufenden Transformationsprozess. Nicht einmal die Hälfte der Kreditinstitute schafft bislang einenvollständigen Abgleich. Wesentlich besser sieht es beim nächsten Baustein, dem Innovationsmanagement, aus. Das Gros der Banken verfügt mittlerweile über entsprechende Abteilungen mit eigenen Budgets.

Damit der Neustart gelingt, muss beim operativen Geschäft ein Verständnis für die Anforderungen und Möglichkeiten der IT vorhanden sein. Der Neustart lässt sich nur unter Nutzung agiler Prinzipien bewältigen. Doch hier gibt es vielerorts ebenfalls noch Defizite. Dies ist zum Teil auf einen erheblichen Fachkräftemangel und Schulungsbedarf der bestehenden Mannschaft zurückführen. Auch bei der IT-Architektur liegt bei vielen Finanzinstituten noch vieles im Argen. Ihre Modularisierung und die Verlagerung vieler Prozesse in die (Private-)Cloud ist ein zentrales Thema – verbunden mit einer verbesserten Datenarchitektur. Allein SaaS-Modelle dürften künftig 30 bis 50 Prozent der laufenden Tätigkeiten abdecken. Den Kern der agilen Weiterentwicklung bilden neue Ansätze in der Entwicklung und im Betrieb der IT. Bislang allerdings kommen erst in einem Viertel der Projekte agile Prinzipien konsequent zur Anwendung. Der Erfolg spricht für sich: Die Prozesse sind erheblich schneller und flexibler.

Die digitale Transformation findet in einer Zeit wachsenden Kostendrucks statt. Doch 20 bis 40 Prozent der erforderlichen Investitionen lassen sich der Bain-Studie zufolge durch Einsparungen an anderer Stelle abdecken. Die Eigenfinanzierung ist ein weiterer wichtiger Baustein. Allein der Verzicht auf nicht-wertschaffende Projekte kann die Kosten um fünf bis zehn Prozent reduzieren. Unerlässlich ist dabei vor allem eine Überprüfung der Anforderungen der Fachbereiche. Die Straffung der Systemlandschaft, die Virtualisierung der Infrastruktur und die Nutzung von Cloud-Diensten kann weitere Mittel für digitale Projekte freisetzen. Führende Kreditinstitute verwenden hierfür bereits 40 bis 50 Prozent ihres gesamten IT-Budgets.

Richtige Fokussierung dank Vergleich mit digitalen Vorreitern

Das Triple-A-Modell ermöglicht es, die enorme Komplexität einer digitalen Transformation zu meistern. Zunächst verdeutlicht eine Analyse der Ist-Situation einer Bank auf Basis der vorliegenden Studienergebnisse, inwieweit diese bereits digital handlungsfähig ist. Der Vergleich mit Top-Finanzhäusern birgt mehrere Vorteile:

  • Die Banken gewinnen einen Überblick über bestehende Lücken und können die einzelnen Schritte der digitalen Transformation priorisieren.
  • Die ganzheitliche Sicht gewährleistet, dass alle wesentlichen Aspekte berücksichtigt werden.
  • Der strategische Ansatz stellt sicher, dass der Kunde im Mittelpunkt aller Überlegungen steht.
  • Die Implementierungsfähigkeit wird von Beginn an mitgedacht.

Auf Basis dieser Analyse lässt sich ein maßgeschneidertes Transformationsprojekt für jede Bank entwickeln sowie Schritt für Schritt unter Nutzung bewährter Werkzeuge und im Rahmen eines akzeptablen Budgets implementieren. Auf diese Weise entsteht eine moderne, kundenorientierte IT für das digitale Zeitalter – und die durchgängig digitalisierte Bank wird Realität.

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